Motor > Revision
Motor ausbauen
Siehe Beitrag Motor ausbauen
Motor aufbocken
Ist man im Besitz eines Motorständers oder hat die Möglichkeit sich einen zu bauen, kann man sich die Arbeit erleichtern, allerdings ist es nicht essentiell.
Getriebeöl ablassen
Als erstes sollte man das Getriebeöl ablassen, damit man später keine schmierige Überraschung erlebt, z.B. wenn man versucht die Gehäusehälften zu teilen oder die Bremsankerplatte abnimmt. Dazu ein passendes Gefäß unter den Motor stellen und die Schraube (Schlüsselweite (SW) 11)unten öffnen. Dann warten bis alles rausgetropft ist.
Anbauteile entfernen
Als nächstes entfernt man die Kunstoff-Lüfterhaube bzw. Motorabdeckung, die Polradabdeckung und den Krümmer.
Polrad abnehmen
Das Lüfterrad (Polrad) abnehmen kann eines der schwiergsten Unterfangen bei einer Motor Revision sein. Die zentrale Schraube (SW 14) von der Kurbelwelle lösen. Dazu das Polrad z.B. mit einem Schraubenzieher blockieren oder einen Schlagschrauber verwenden. Es gibt mehere Möglichkeiten das Lüfterrad vom Kurbelwellenkonus zu ziehen:
- Speziellen Polradabzieher
- Gegen Sprengring schrauben
- Universalabzieher
- Hammer, Schraubenzieher und Geduld
Der Polradabzieher ist billig (ca. 5-7 €) und die einfachste und eleganteste Lösung, allerdings haben die meisten V50 kein Polrad mit dem entsprechenden Gewinde, um den Abzieher einzuschrauben. Alternativ kann man einfach den Sprengring drinlassen und die zentrale Mutter gegen den Sprengring aufschrauben - das wirkt quasi wie eine Art Abzieher. Leider fehlt auch oft der Sprengring, dann muss man mit einem Universalabzieher arbeiten oder viel Geduld und Muse für Standard-Werkzeuge mitbringen. Man sollte auch darauf achten den Halbmondkeil der Kurbelwelle nicht zu verlieren, der das Lüfterrad auf der Welle fixiert.
Zündung entfernen
Zuerst das Kabelkästchen aufschrauben und die Kabelverbindungen lösen. Dann falls es eine innenliegende Zündspule ist die Kerzenstecker runterdrehen. Beides muss man machen, um nacher die Kabel durch die Löcher im Gehäuse ziehen zu können. !ACHTUNG! Auf jeden Fall die alte Position der Zündgrundplatte markieren, um beim Einbau zu wissen wie sie genau drin war. Falls sie später trotzdem nicht richtig läuft muss man die Zündung eventuell neu einstellen. Jetzt die 3 Schlitzschrauben der Zündgrundplatte abschrauben und die Zündung vom Kurbwellenkonus abnehmen und die Kabel durch die Gehäuseöffnungen ziehen.
Bremsankerplatte ausbauen
Hierzu die 3 Schrauben (SW 13) lösen und die Bremsankerplatte einfach abziehen. Hat man vergessen das Getriebeöl abzulassen kann es jetzt schon etwas Sauerei geben.
Zylinder ziehen
Als erstes die Zündkerze (SW 21) rausdrehen und dann den Zylinderkopf abschrauben (SW 11). Man den Zylinder zwar auch so ziehen allerdings tut man sich ohne Gegenhalt später schwer den Zylinderkopf und die Zündkerze abzuschrauben. Als nächstes die 4 Schrauben am Zylinderfuß (SW 11) lösen und den Zylinder vorsichtig vom Kolben runterziehen.
Kolben ausbauen
Zunächst einen der beiden Sprengringe des Kolbenbolzens herausnehmen und dann den Kolbenbolzen mit einem geeigneten Werkzeung (Druchschläger) aus dem Pleuelauge herausdrücken und vorsichtig herausschlagen. Der Kolbenbolzen muss nicht ganz ausgetrieben werden, sondern nur soweit, dass er nicht mehr im Pleuelauge steckt und man den Kolben einfach abnehmen kann.
Ansaugstutzen abschrauben
Die 2 Muttern (SW 10) auf den Stehbolzen am Gehäuse lösen und den Ansaugstutzen samt Überwurf abnehmen. Bei einer PK 50 hat der Ansaugstutzen übrigens meistens 3 Schrauben.
Zündspule abschrauben
Die 2 Schrauben, die durch das Gehäuse und die Halteplatte gehen lösen - Schraubenzieher und Mutter (SW 8).
Kupplung entfernen
Kupplungsdeckel abschrauben - 6 Schrauben (SW 10). Dann den Sicherungsbügel der Kupplungsdruckplatte am runden Loch mit einem kleinen Schraubenzieher heraushebeln. Danach das Sicherunsblech der zentralen Mutter aufbiegen und die zentrale Mutter (SW 17) öffnen. Am besten kann man diese natürlich mit einem Schlagschrauber öffnen, da man dann nicht gegenhalten muss. Hat man keinen Schlagschrauber ist es etwas kasprig mit einem Schraubenzieher den Kupplungskorb irgendwie zu blockieren, geht aber zur Not auch. Um die Kupplung abzudrücken ist ein spezieller Abzieher leider unbedingt notwendig (kostet allerdings auch nur so zwischen 5 und 7 €). Abzieher aufschrauben, dann mit einem Schraubenschlüssel gegenhalten und die Abdrückschraube einschrauben bis sich die Kupplung vom Konus löst. Nun sollte man darauf achten, dass der Halbmondkeil auf der Welle in oberer Position ist damit er einem nicht ins Gehäuse fällt. Halbmondkeil danach abnehmen.
Primärritzel abnehmen
Das Sicherungsblech zurückbiegen, dann die Mutter (SW 19) lösen. Geht auch wieder am besten mit einem Schlagschrauber, da man nicht gegenhalten muss, ansonsten muss man wieder eine Lösung finden mit der man die Kurbelwelle blockieren kann. Im Pleuelauge ist übrigens keine gute Idee. Funktioniert zwar spitze, allerdings hat diese Variante mich schon eine Lagerbuchse im Pleuelauge gekostet und die will eigentlich keiner wechseln.
Auch hier sollte man darauf achten, dass der Halbmondkeil der Welle oben zum Liegen kommt beim Abziehen, damit er nicht runterfällt. Halbmondkeil dann abnehmen.
Gehäuse teilen
Zunächst ALLE Schrauben (SW 11) des Gehäuses lösen. Muss muss wirklich sehr darauf achten, dass man keine vergisst, was leider sehr häufig vorkommt. Danach vorsichtig mit einem Gummihammer oder einem Holz + normalem Hammer rund um das Gehäuse leicht schlagen um diese auseinander zu treiben. NICHT MIT EINEM SCHRAUBENZIEHER ZWISCHEN DIE GEHÄUSEHÄLFTEN HEBELN, DAS BESCHÄDIGT DIE DICHTFLÄCHEN!!! Es gibt eine Stelle an der man vorsichtig ein wenig hebeln kann und zwar hinten unten an der Stelle wo die Hälften zusätzlich noch mit einem Bolzen zusammen gehalten werden. Und hier auch nur ganz außen hebeln! Irgendwann kann man dann die Gehäusehälften auseinanderziehen.
Jetzt kann man die Innereien des Motors erkenen.
Kickstarterritzel ausbauen
Dazu die große Feder aushängen. Keine Sorge, hat nicht so viel Druck. Den Tannenbaum und das dahinter liegenden Ritzel (vorsicht schwache Feder und "Unterlagscheibe" dahinter) vom Kupplungskorb-Flansch abnehmen. Danach kann man das Kickstarterritzel einfach herausziehen.
Antriebswelle austreiben
Wenn möglich mit einem Gummihammer oder ein Holz + Hammer die Antriebswelle samt Gangrädern austreiben. Es ist zwar eng aber normalerweise müsste die Antriebswelle aus der Schaltgabel herausflutschen. Wenn es nicht nötig ist kann man die Gangräder grundsätzlich auf der Welle lassen, da in der Antriebswelle zwei Kugeln mit Federn unter Spannung stehen, die herausschießen können. Entweder verliert man sie dann oder bekommt sie ins Gesicht geschossen. Der Einbau der Kugeln ist auch extrem zickig. Also lieber mal drinlassen das Ganze.
Kupplungskorb herausnehmen
Prinzipell lässt sich der Kupplungskorb einfach herausnehmen, allerdings ist es sowas von eng und man glaubt am Anfang, dass dieser nicht rausgeht. Es gibt aber im Kupplungskorb ein "Fenster", dass größer ist als die anderen. Über dieses große Fenster schafft man es gerade so an der engen Stelle den Kupplungskorb herauszunehmen.
Simmerring entfernen
Mit einem großen Schraubenzieher den Simmerring der Kurbelwelle raushebeln. !VORSICHTG! Nicht hart über die Dichtflächen am Gehäuse hebeln! Am besten ein unkritische Stelle zum Hebeln suchen.
Kugellager entfernen
Bei den Kugellagern müssen ALLE Sprengringe draußen sein, die die Lager sichern. Dann muss man darauf achten von welcher Seite die Lager eingeschlagen sind und sie entsprechend von der gegenüber liegenden Seite ausschlagen. Hier brauch man schon etwas Gewalt. Aber immer bedenken, dass die Gehäuse aus teilweise eher aus dünnem Alu sind und es also nicht übertreiben. Zum Ausschlagen kann man einen speziellen Schlagdornsatz benuten (ebay ca. 50 €) oder auch Stecknüsse in den entsprechenden Größen. Beim Ausschlagen muss man keine Acht auf die Lager geben, da sie ja sowieso in die Tonne fliegen.
Gehäusehälften
Jetzt sind beide Hälten weitgehend leer bis auf die kleinen Lager und die Kurbelwelle.
Kurbelwelle austreiben
Um die Kurbelwelle auszuschlagen sollte man unbedingt ein Holz zwischen Hammer und Kurbelwelle halten, um die Kurbelwelle nicht zu beschädigen. Leider geht die Welle recht schwer raus und meistens bleibt auch das Kugellager auf der Welle. Am besten den größten Hammer nehmen den ihr habt und mit sanfter Gewalt die Kurbelwelle austreiben.
Gehäusehälften reinigen
Eine mühsame und zeitaufwändige Arbeit. Alle Hilfsmittel sind erlaubt, die den meist über 30 Jahre alten Dreck entfernen: Teilewaschgerät, Schraubenzieher, Drahbürste, Sandstrahlkabine (vorher gründlichst abkleben!), Waschflüssigkeiten aller Art, Schmiergelpapier, Lappen, Druckluft, ...
Natürlich hängt der Aufwand immer vom eigenen gewünschten "Reinheitsgrad" ab.
Schaltmechanik ausbauen
Wenn es geht und alles weitgehend spielfrei läuft würden wir die Schaltmechanik drinlassen. Bei unserem Objekt hatte die Schaltwippe aber extrem viel Spiel und aus Angst vor Undichtigkeiten haben wir sie ausgebaut. Zuerst muss man die Schraube (SW14) die oben die Schaltmechanik fixiert und führt rausschrauben. Das schwierigste ist es den Bolzen rauszubekommen, der die Schaltwippe auf der Welle der Schaltmechanik hält, manchmal geht es einfach mit Hammer und Splintentreiber, manchmal muss man feilen, bohren, schleifen usw. und das bei wenig Platz. Der Bolzen ist leich konisch, deshalb muss man schauen, dass man versucht ihn von der richtigen Seite auszuschlagen!
Ist der Bolzen draußen kann man die Schaltwippe von der Welle abnehmen und die Schaltmechanik mit etwas verdrehen aus ihren beiden Führungslöchern herausziehen. Vorsicht, dass man die Wellen-Unterlegscheibe nicht verliert.
Kurbelwellen-Simmerring
ausschlagen
Entweder wie immer mit einem passenden Schlagdornsatz oder einer passenden Steckschlüsselnuss den Simmering von innen nach außen herausschlagen.
Motorgehäuse lackieren
Ein Schritt den man natürlich nicht machen muss, zumal wir den Motor davor schon recht gründlich gereinigt haben. Allerdings gibt es echt noch ein super Finish und die Hälften sehen fast aus wie neu. Natürlich solle man hierfür nicht irgendeinen x-beliebigen Lack nehmen, da es sonst schnell schlecht aussehen kann. Wir haben für diesen Zweck einen optimalen Lack bei "MW-Werkstatt-Produkte" gefunden - Aluminiumspray: hitzebeständig, säure- beständig, ölbeständig, abriebfest, kratzfest, billig und die Oberfläche des Motors sieht nicht aus wie lackiert.
Dazu die Innenseiten der Gehäusehälften abkleben bzw. verschließen und danach lackieren.
Schaltmechankik einbauen
Als erstes wird ein neuer O-Ring auf die Welle der Schaltmechanik geschoben, danach schraubt man die Fixier- und Führungsschraube (SW 14) oben erst mal locker an. Dann schiebt man die Schaltwippe unten auf die Welle und steckt den konischen Bolzen durch die Löcher der Welle und Schaltwippe. Zum Schluss schraubt man die obere Schraube (SW 14) fest.
Kickstartergummies einbauen
Die inneren beiden Anschlaggummies des Kickstarters sind oft hinüber und werden durch neue ersetz. Dazu einfach die alten Gummis raushebeln und die neuen etwas fetten und einschieben. Da die Gummis asymmetrisch sind, muss man auf die richtige Lage achten.
Ein weiteres Dichtgummi des Kickstarters ist der O-Ring in der Wellenführung im Gehäuse. Dieser wird ebenfalls durch ein Neuteil ersetzt.
Motorlager einschlagen
Die Motorlager werden am besten mit einem passenden Schlagdornsatz oder einer passenden Stecknuss eingeschlagen - mit sanfter Gewalt. Auf jeden Fall etwas nehmen, dass auf den Außenring des Lagers passt. !NICHT ÜBER DEN INNENRING DES LAGERS DIESES EINSCHLAGEN, SONST IST ES HÖCHSTWAHRSCHEINLICH IM ARSCH!
Das Antriebswellenlager unten wird von außen eingeschlagen und besitzt auch keinen Sprengring zur Sicherung. Original ist es ein offens Lager (ohne Abdeckringe über dem Kugelkorb), allerdings ist es fast besser ein geschlossenes Lager zu nehmen und den Abdeckring Richtung Motorinnenseite mit einem kleinen Schraubenzieher rauszuhebeln. So wir das Lager von innen her mit Getriebeöl geschmiert und nach außen bietet es eine zusätzlich Abdichtung richtung Rad.
Das Kupplungslager wird von der Kupplungsseite her eingeschlagen und besitzt einen Sprengring zur Sicherrung.
Das Kurbelwellenlager dieser linken Motorhälfte hier wird von innen eingeschlagen und besitzt einen Sprengring. Hier muss man aufpassen die die Lager der Kurbelwelle für die rechte und linke Motorhälfte sehr ähnlich aussehen und auch den gleichen Außendurchmesser besitzen, allerdings ist der Innendurchmesser unterschiedlich.
Hat man die Lager eingeschlagen, setzt man jeweils die Sprengringe zur Sicherung des Kupplungs- und Kurbelwellenlagers. Jetzt kann man auch schon den Kurbelwellensimmering unserer linken Motorhälfte gleich setzen, um es später nicht zu vergessen. Hierfür ebenfalls wie bei den Lagern ein passendes Werkzeug suchen, das auf dem Außenrand des Simmerrings passt, um diesen nicht zu beschädigen. Die "offene" Seite des Simmerrings zeigt Richtung Motorinnenseite.
Einen Satz Motorlager findest du online hier und einen Simmerringsatz hier .
Kurbelwellenlager rechte Seite
Hier funktioniert es natürlich gleich wie bei der linken Gehäusehälfte, nur dass man diese Gehäusehälfte flach auflegen muss. Am besten mit irgendetwas die Auflagefläche abpolstern, um Schäden an der Dichtfläche bzw. Gehäusehälfte zu vermeiden. Nun kann man die Kontaktfläche zwischen Kugellager und Gehäuse etwas fetten - ob es was bringt weiss ich nicht, aber schaden tut es auf jeden Fall nicht. Nun mit einem passenden Schlagdornsatz oder einer passendes Stecknuss das Lager über den Außenring des Lagers einschlagen!!!
Als nächstes kommt der dazugehörige Simmerring an die Reihe. Dazu die Gehäusehälfte drehen und den Simmerring außen einfetten und dann mit dem entsprechenden Werkzeug einschlagen oder eindrücken. VORSICHT: Den Simmerring kann man auch zu tief in das Gehäuse einbringen!
Kupplungskorb einbauen
Wichtig ist dass man beim Kompletieren des Motors die richtige Reihenfolge einhält, sonst läuft man in eine Sackgasse. Und als erstes muss also der Kupplungskorb wieder einbauen. Hierzu muss man den einen größeren Ausschnitt im Kupplungskorb beachten. Wenn dieses größere Fenster an der richtigen Position ist hat man genug Platz um die Kupplungskorbwelle durch das Lager zu schieben. Nun am besten mit einem stabilen Holz und einem schweren Fäustel-Hammer den Kupplungskorb mit sanfter Gewalt in das Lager eintreiben.
Zum Schluss sollte man auf keinen Fall den Sprengring vergessen, der den Kupplungskorb von der Motor-Innenseite her sichert (keine Bild vorhanden). (Danke für den Lesertipp, diesen Schritt hatte ich vergessen)
Kickstarter einbauen
Um das Kickstarterritzel, das auf der Kupplungskorbwelle sitz einlegen zu können, muss man dies machen bevor man die Antriebswelle vollständig einschlägt wird, sonst wird der Platz zu eng. Hierzu die Scheibe zwischen Kupplungslager und Feder, die Feder selber und das Ritzel über die Kupplungskorbwelle schieben. Jetzt die große Kickstarterwelle einfach einschieben, so das die Verzahnungen der Ritzel passen. Die Kickstarterfeder sieht richtig massiv aus, aber keine Bange, sie hat sehr wenig Spannung und kann sogar von Hand eingehängt werden.
Antriebswelle eintreiben
Hier kommt glaube ich das einzige Teil das wir nicht komplett auseinandergenommen haben - die Antriebswelle + Gangräder und Schaltklaue. Zwar ist die Schaltklaue manchmal auch verschließen, aber in diesem Fall hat lassen wir es darauf ankommen. Würde man das zerlegen kommen eine Feder und zwei Kugeln zum Vorschein, die die Schaltklaue im Betrieb "einrasten" lassen. Die Feder mit den Kugeln wieder einzubauen ist eine der nervigsten Arbeiten, die man bei einer Vespa-Restauration machen kann und ein endloses Try and Error Gefummle, deshalb haben wir darauf verzichtet.
Also bauen wir die Antriebswelle mitsamt den Gangrädern als komplettes Element wieder ein. Dazu ist es essentiell das vorher neu eingetriebe Antriebswellelager von außen zu fixieren, sonst wird es beim Einschlagen der Welle höchstwahrscheinlich wieder ausgetrieben. Ein Möglichkeit das Lager zu fixieren ist ein Satz Unterlagscheiben anzuschrauben, die einen ausreichend großen Gesamtdurchmesser besitzen, damit sie über den Kugellagerrand lappen. Am besten noch etwas in den Spalt zwischen Untelagscheiben und Lagerrand klemmen, damit das Lager komplett fixiert ist.
Jetzt wie gehabt mit einem stabilen Holz und einem Fäustel das Antriebswellenelement mit sanfter Gewalt bis zum Anschlag einschlagen. Hat man den Anschlag erreicht hört man das etwas am anderen Ton beim Schlagen - dann sofort aufhören! Auf den Bildern kann man auch optisch einigermaßen erkennen wie weit die Welle und Gängräder innen und außen am Gehäuse eingetrieben werden sollten.
Kurbelwelle einbauen
Meisten bleibt leider beim Austreiben der Kurbelwelle deren rechtes Kurbelwellenlager auf der Welle hängen - und zwar richtig. Diese Lager abzubekommen ist ein Riesenscheiß. Mit irgenwelchen verschiedenen Werkzeugen die eine Art Keil bilden, der dann immer größer wird muss man solange den Spalt zwischen Kugellager und Kurbelwellenwange bearbeiten bis das Lager unten ist. Hier ist Ideenreichtum und Improvisation gefragt.
Kurbelwelle in das linke Kurbelwellenlager einscheiben oder leicht und vorsichtig einschlagen, um das neue Kugellager zu schonen. Auf der Kupplungsseite wir nun das Primärritzel auf der Kurbelwelle montiert. Dazu am besten die Welle so hindrehen, dass der Spalt für den Halbmondkeil oben steht, damit dieser nicht runterfallen kann. Nun den Halbmondkeil einlegen oder wenn nötig leicht einschlagen. Der Keil fixiert das Primärritzel auf der Kurbelwelle! Nun die Sicherungsscheibe einschieben und die Mutter (SW 19) auf die Welle Schrauben. Entweder schon jetzt z.B. mit einem Schlagschrauber oder einem im Kupplungskorb verkeilten Schraubenzieher zum Gegenhalten, die Mutter festziehen und an einer Mutternfläche die Sicherungsscheibe umlegen. Dies kann man eventuell auch später machen, um noch besser gegenhalten zu können.
Gehäuse zusammenfügen
Zunächst muss man den sog. Tannenbaum in die rechte Gehäusehälfte in sein Lager stecken, da wenn man ihn zuerst auf die linke Gehäuseseite stecken würde, die Gehäusehälften sehr wahrscheinlich an dieser Stelle haken. Als nächstes die Dichtflächen beider Hälften z.B. mit Silikonentferner entfetten. Wir benutzen zum Dichten grundsätzlich eine hitzebeständige Silikondichtmasse auf den Dichtflächen beider Gehäusehälften, die wir einfach mit dem Finger auftragen und natürlich dazwischen die Papierdichtung. Ich habe auch schon gehört, dass mache behaupten dass man keine Dichtmasse benötigt und es so gehen muss. Unsere Erfahrung sagt da etwas anderes und ich habe noch keine so intakten Dichtflächen gesehen, denen ich es ohne Dichtmasse zugetraut hätte wirklich dicht zu halten. Wir haben mit dieser Art gute Erfahrungen gemacht.
Bei der Dichtmasse heisst es manchmal dass man eine gewisse Zeit Anziehzeit hat. Da man zum Zusammenfügen aber eh zu lange braucht, da man diese getrost vergessen und sollte sich ein bisschen sputen. Grundsätzlich flutschen die Gehäusehälften eher selten ganz problemlos zusammen, eigentlich hakelt es immer. Hier muss man mit Gewalt vorsichtig sein und ich habe bei dieser Aktion auch schon eine Motorhälfte ins Jenseits geschickt, da diese an einem Lagersitz durchgerissen ist. Beim Zusammenschieben könnte man gut vier Hände gebrauchen, da man am besten an allem (Antriebswelle, Kurbelwelle und Kickstarter) gleichzeitig konstant hin un her dreht und gleichzeitig die Motorhälften zusammendrück bzw. mit den Motorschrauben vorsichtig zusammenzieht oder vorsichtig mit einem Gummihammer zusammenschlägt. MAN MUSS IMMER DARAUF ACHTEN, DASS SICH ALLES DREHT UND NICHTS BLOCKIERT, ANSOSNTEN WIEDER EIN WENIG ZURÜCK BIS WIEDER ALLES DREHT! Manchmal drehen die Sachen etwas schwerer, aber sie müssen eben noch halbwegs freigängig sein. Sobald man die Chance hat auf die zwei Stehbolzen in der Mitte Muttern aufzusetzen, kann man über diese auch die Motorhälften weiter zusammenzuziehen -ABER SEHR VORSICHTIG! Dieses Vorgehen sollte man mit weiteren Motorschrauben rundrum ergänzen. Grundsätzlich geht es etwas schwerer, da ja auch die Kurbelwelle auf das Lager der rechten Motorhälfte gezogen werden muss. Man muss nur ein Gefühl bekommen was der Widerstand des Kurbelwellenlagers ist und was eine blockierende Welle ist, die an einer Kante der gegenüberliegenden Gehäusehälfte ansteht.
Hat man es rechtzeitig geschafft die Motorhälften plan zu verbinden, so dass noch alles dreht und man keine der beiden Hälften geschossen hat, dann sollte man alle Motorschrauben gleichmäßig über kreuz einigermaßen fest ziehen.
Einen Motordichtsatz findest du online hier .
Kolben und Zylinder einbauen
Bei diesem Motor haben wir uns wie meisten für einen DR 50 Zylindersatz entschieden. Zunächst die beiligenden Stehbolzen mittels gegengekonterten Muttern (SW 10) mit der kurzen Gewindeseite in den Zylinder einschrauben. Danach die Kolbenringe aufschieben. Dann schon auf einer Seite des Kolbens den Spreng- oder Federring zur Kolbenbolzenarretierung in die Bolzenöffnung setzen. Den Kolbenbolzen etwas fetten aud auf der anderen Seite den Kolbenbolzen schon ein Stück weit einschieben, so dass aber die Öffnung für das Pleuelauge noch frei ist. Der Kolben hat oben einen Pfeil. Dieser Pfeil muss in Richtung Abgasöffnung des Zylinders zeigen - sprich nach hinten! Jetzt den Kolben auf das Pleuel setzen und den Kolbenbolzen durchschieben oder leicht durchhämmern. Den zweiten Spreng- bzw. Federring zur Arretierung nicht vergessen. Dazu ist es wichtig die Öffnung oben am Motor wo das Pleuel rauskommt z.B. mit einem Lappen verschließen. DENN FÄLLT EINEM DER ARRETIERUNGSRING IN DIESE ÖFFUNG MUSS MAN DEN MOTOR WIEDER ÖFFNEN!
Nun kann man die Öffnung am Motor wo später der Kragen des Zylinders reinrutscht "entgraten". Hier steht meistens die Motordichtung und noch etwas Dichtmasse nach innen über. Mit einem scharfen Messer kann man diese Reste plan mit den Motorhälften schneiden. Nun wieder Dichtmasse auf die Dichtfläche am Zylinder und am Gehäuse auftragen, dazwischen die Papierdichtung für den Zylinderfuß. Als nächstes den Kolben einfetten damit er besser und schonender in den Zylinder rutscht. Beim Aufschieben des Zylinders schauen, dass die Abgasöffnung nach hinten zeigt. Die Kolbenringe richtig hindrehen und positionieren. Dann die Kolbenringe von Hand möglichst stark andrücken und den Zylinder vorsichtig aufschieben. Jetzt kann man die vier Muttern (SW 11) am Zylinderfuß einigermaßem fest über kreuz anziehen.
Zylinderkopf montieren
Bei einem DR 50 verwendet man weiter den originalen Zylinderkopf. Diesen mit seinen 4 Schrauben (SW 11) moderat auf den Zylinder aufschrauben - also nicht wie blöd festknallen. Hier kommt weder Dichtung noch Dichmasse zum Einsatz. Die Dichtflächen sind so gestaltet, dass es theoretisch funktionert. Habe auch schon selbstgeschnittene Backpapierdichtungen (dünn und hitzebeständig) verwendet, alledings hat es die auch wie es scheint weggebrannt. Jetzt kann man auch direkt die Zündkerze eindrehen und moderat anziehen.
Krümmer anschrauben
Eigentlich ganz easy, den Krümmer richtig herum aufsetzen und dann den Krümmer noch nicht ganz reinschieben, um die kupplungsseitige Mutter (SW 10) auf den Stehbolzen zu bekommen. Dann die andere Mutter drauf und festschrauben. Natürlich die Dichtung nicht vergessen.
Kupplung einbauen
Erneuern der Kupplungsbeläge siehe hier.
Über Betätigung des Kickstarters kann man die Welle der Kupplung drehen ohne dass sich der Kupplungskorb mitdreht. Hiermit richtet man die zentrale Kupplungswelle so aus, dass der Spalt für den Halbmond oben ist und richtet alles so aus, dass die Kupplung in den Kupplungskorb passt und die beiden Spalte für den Halbmondkeil in der Kupplungswelle und der Kupplung fluchten (kann man am besten mit einer Taschenlampe sehen). Kupplung aber noch nicht einsetzen. Jetzt setzt man den Halbmondkeil ein. VORSICHT! Fällt der Halbmondkeil in den Motor innen rein ist man der Arsch, entweder hat man Glück und bekommt ihn irgendwie wieder raus oder man muss den Motor noch mal öffnen! Jetzt vorsichtig die Kupplung einschieben ohne dass de Keil runterfällt.
Sicherungsplatte auf die zentrale Welle aufsetzen und Mutter (SW 17) von Hand aufschrauben. Jetzt kann man die beide Mutter, Kupplung und Primärritzel (SW 19) festziehen, falls man die eine nicht schon vorher festgezogen hat. Am besten geht es natürlich mit einem Schlagschrauber, da man schlecht gegenhalten kann. Hat man keinen Schlagschrauber kann man vorsichtig versuchen einen Schraubenziehen zum Gegenhalten zu verkeilen. Mit einem Schraubenzieher kann man nun beide Sicherungsbleche umlegen.
Kupplungsdruckplatte nun einsetzen. Dazu die Federklammer so vorspannen, dass das geschlossene Ende im Loch eingeklemmt ist bevor man sie einsetzt, dann hat man relativ leicht, die Kupplungsdruckplatte aufzusetzen und man clipt mit einem kleinen Schraubenzieher einfach die Federklammer rein.
Die Dichtflächen des Kupplungsdeckels mit z.B. Silikonentferner entfetten. Dann mit passender Dichtmasse beide Flächen einstreichen, neue Dichtung auflegen und Deckel verschließen und anschrauben. Die zwei langen Schrauben (SW 10) kommen in die bieden unteren Löcher rein.
Schraubverstellung Züge
Die Schraubversteller für die Züge am besten von der Arretierschraube befreien und säubern und neu fetten. Dann den großen Versteller (SW 13) in die Bremsankerplatte einschrauben, zwei kleine (SW 8) für die Schaltzüge am Motorgehäuse einschrauben. Dann muss die Halterung für den Kupplungszuganschlag mit integrierter Zugdurchführung für die übrigen Züge angeschraubt werden. Dazu muss man eine Motorgehäuseschraube wieder lösen und den Halter anschrauben (SW 11). Einen kleinen Versteller hat man hier zuvor auch eingeschraubt. Alle Versteller bis zum Anschlag einschrauben, damit man später genug Futter zum Einstellen der Züge hat.
Kickstarter anschrauben
Kickstarter richtig mit der Verzahnung auf die Kickstarterwelle aufsetzen und mit der dazugehörigen Schraube (SW 14) festschrauben.
Bremsankerplatte befestigen
Die Dichtflächen auf der Bremsankerplatte und auf der Motorseite mit Dichtmasse einstreichen, Papierdichtung aufsetzen und Bremsankerplatte aufsetzen und die 3 Muttern (SW 13) mit entsprechenden Unterlagscheiben anschrauben. Die Dichtmasse ist quasi nur zur Sicherheit, mit dem halbgeschlossenen Antriebswellenlager und dem Simmerring in der Bremsankerplatte müsste eigentlich auch schon weitgehend dicht sein.
Ansaugstutzen montieren
Die Dichtlächen von Aussaugstutzen und Motorgehäuse mit Dichtmasse einstreichen, Papierdichtung auflegen und die 2 Muttern (SW 10) festschrauben. Hier ist es wichtig, dass man sorgfältig arbeitet und diese Dichtfläche gut abdichtet, da es eine neuralgische Stelle ist was Undichtigkeit betrifft.
Überwurf und Filzring
Um dem Überwurf auf dem Ansaugstutzen zu montieren, den Drahtring zur Befestigung so verdrehen und eventuell etwas anheben, um den Überwurf montieren zu können. Ist der Überwurf drauf den Drahtring so verdrehen, dass der Überwurf fest sitzt.
Ein gerne etwas kryptisches teil ist der ominöse Filzring. Dieser Ring dient dazu den Übergang zwischen Ansaugstutzen, Überwurf und Vergaser gegen Falschluft abzudichten, sonst würde die Vespa hochdrehen. Er sollte also auf jeden Fall montiert werden. Es gibt auch "neuere" Vergaser, die einen O-Ring im Flansch zum Ansaugstutzen integriert haben, hier kann man auf den Filzring verzichten.
Den Filzring also am besten etwas einfetten und in den Spalt zwischen Überwurf und Ansaugstutzten stecken. Man muss ihn nicht ganz einschieben, da das automatisch bei der Vergasermontage passiert. Natürlich muss der Durchmesser des Filzringes zu dem des Ansaugstutzen passen.
Einen neuen Filzring findest du online hier .
Getriebeöl einfüllen
Was man auf jeden Fall nicht vergessen sollte ist Getreibeöl einzufüllen. Dazu die untere Ölablassschraube (SW11) mit einem neuen Dichtring versehen und mit Gefühl anziehen, die Gewinde im Motorgehäuse brechen hier leicht aus. Die Öleinfüllschraube (SW 11, hier war das Gewinde schon einmal nachgeschnitten und eine SW 13 Schraube verbaut) rausschrauben und SAE 30 Öl einfüllen. Der richtige Füllstand ist erreicht, sobald das Öl wieder aus dem Einfüllloch rausläuft. Das sind so knapp ein 250ml Fläschen. Öleinfüllschraube mit neuem Dichtring und Gefühl wieder einschrauben.
Zündung und Polrad
Bei der Zündgrundplatte schiebt man am besten als erstes den/die vorher mit z.B. Silikonspray eingesprühten Gummnippel für die Kabeldurchführung auf die aus dem Gehäuse austretenden Kabeln. Dann zieht man das/die Kabel von innen nach außen durch das/die dafür vorgesehenen Loch/Löcher im Gehäuse. Wenn man später versucht von außen den Gumminippel zu setzen wird es äußerst zickig. Je noch Zündung kommten einer oder zwei Kabelstränge aus der Zündung.
Wichtig ist jetzt, dass man die beim Ausbau der Zündung gemachte Markierung beachtet und die Zündgrundplatte genau in der Position aufsetzt wie sie vorher war. Ist man sich nicht sicher mit der Markierung oder will sowieso die Zündung neu einstellen dann schaut unter Zündung einstellen. Die Zündgrundplatte wird mit drei Schlitzschrauben befestigt, die je nach verwendeter Zündung entweder innen in der Zündgrundplatte sitzen oder am Rand.
Beim Polrad Aufsetzen muss man darauf achten dass auch der Halbmondkeil auf der Kurbelwelle ist. Um den Keil einzusetzen am besten die Kurbelwelle so drehen, dass die Aussparung für den Keil oben ist. Das Einfädeln des Polrades auf den Kurbelwellenkonus kann ein bisschen tricky sein, da der Magnetismus einem beim sauberen aufsetzen behindert und es erschwert den Schlitz für den Halbmondkeil zu treffen. Ist das aber geschafft wird die Zentralemutter (SW 14) am besten mit einem Schlagschrauber angezogen, damit das Polrad auch richtig auf den Konus rutscht, oder wenn man keinen Schlagschrauber hat dann muss man versuchen das Polrad gegen das Gehäuse z.B. mit einem Schraubenzieher zu verkeilen und zu blockieren. Zum Schluss kommt noch der Sicherungs-Sprengring vor die Mutter. Fertig.
































































































































































